Jürgen Heinrich

Filme (als Schauspieler)
1967/68
Abschied
1970
Kennen Sie Urban?
1971/72
1973/74
Zum Beispiel Josef
1976
Hostess
1976/79
Feuer unter Deck
1977
Der kleine Zauberer und die große Fünf
1978
Hiev up
1978
Sabine Wulff
1980
1983
Märkische Chronik
1983
Der Scout
1992 - 2006
Wolffs Revier
..

Geboren

20.08.1945 in Groß Godems (Meklenburg)

Leben

Jürgen Heinrich, dessen Vater nach dem Krieg als vermisst gilt, wächst bei seiner Mutter Emma auf, welche zeitweilig CDU-Vorsitzende im Bezirk Neubrandenburg und jahrelang Abgeordnete der DDR-Volkskammer ist. Das Abitur macht Jürgen an der Magdeburger Kinder- und Jugendsportschule, hat Chancen als Kandidat für den Olympiakader, ehe eine Krankheit seine hoffnungsvoll begonnene Sportler-Laufbahn beendet. So beginnt er eine Lehre zum Stahlschiffbauer. Ab 1965 studiert er dann an der Theaterhochschule Leipzig, muss während einer zweijährigen Zwangsunterbrechung als Folge kritischer Äußerungen zur Staatsführung seines Heimatlandes Armeedienst an der Grenze zur Bundesrepublik leisten, sodass er die angefangene Ausbildung 1970 abschließt. Nach ersten Bühnenerfahrungen in Halle folgen Engagements an die Bühnen der Stadt Zwickau (1970-73) sowie das Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz (1973-76). Die nächste Station heißt Deutsches Theater Berlin, wo er bis 1982 zum Ensemble gehört. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, kann Jürgen Heinrich sich in verschiedenen Genres beweisen, spielt in Dramen wie Komödien, überzeugt in Klassikern und Werken der Gegenwart. Bereits zu Studienzeiten wird auch der Film auf das junge Talent aufmerksam. Regisseur Egon Günther holt ihn 1968 für die DEFA-Produktion "Abschied" vor die Kamera. Zahlreiche weitere Angebote folgen. Einen Leinwanderfolg bringt ihm vor allem die Gestaltung der Titelfigur in "Zum Beispiel Josef" (1974) ein. Auf dem Bildschirm ist er u.a. der Kundschafter Alexander im "unsichtbaren Visier" oder der Kommunist Jupp in der "Märkischen Chronik". Außerdem gastiert er mehrfach in "Polizeiruf"- und "Staatsanwalt"-Krimis. Früh zeigt Jürgen Heinrich auch Interesse an der Politik, tritt 21-jährig freiwillig in die SED ein, engagiert sich zeitweilig im Rat der Kultur. Wiederholte, teils selbst miterlebte Ungerechtigkeiten wie die Diskriminierung von Minderheiten in der Mongolei oder der Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan lassen ihn 1982 am Sozialismus zweifeln. Er protestiert offen gegen derartige Zustände und Aktionen und tritt als Konsequenz aus der Partei des Arbeiter- und Bauernstaates aus. Damit ist seine Karriere als Schauspieler schlagartig vorbei, denn fortan bekommt er praktisch ein "Berufsverbot" zu spüren. Eine Zeit lang verdient er als Taxifahrer und gefragter Schneider Geld, stellt 1984 einen Ausreiseantrag und verlässt schließlich im August 1985 mit seiner Familie die DDR. Wegen seiner Unbekanntheit in West-Berlin ist es zuerst schwer, künstlerisch Fuß zu fassen. 1987-90 ist er am Schillertheater engagiert, dazu kommen kleine Rollen bei Film und Fernsehen. 1992 feiert er als Hauptheld in der mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichneten Sat.1-Serie "Wolffs Revier" seinen großen, gesamtdeutschen Durchbruch. In ca. 170 Episoden verkörpert er über zehn Jahre den Ermittler Andreas Wolff, führt bei einigen Folgen Regie. Seit 2007 steht er wieder auf der Bühne, arbeitet am Renaissance-Theater Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er ein viel beschäftigter Sprecher bei Hörspiel und Synchron. Mit seiner Ehefrau Gabriele hat Jürgen Heinrich zwei Kinder: Tochter Katja (* 1975 in Neustrelitz), die schon in jungen Jahren mit ihrem Vater auf der Bühne zu sehen war, hat sich inzwischen selbst als Schauspielerin einen Namen gemacht. Sohn Fabian (* 1978 in Berlin) ist Synchronsprecher.
Quelle:Team Zutz - Das große Lexikon der DDR-Stars; Internetseite Management Goldschmidt

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