Marianne Wünscher

Filme (als Schauspieler)
1963-64
1964
Geliebte weiße Maus
1970
1975/76
Liebesfallen
1978
Für Mord kein Beweis
1986
..

Geboren

30.12.1930 in Berlin

Gestorben

09.08.1990 in Berlin

Leben

Die füllige Künstlerin mit Charme stammt aus einfachen Verhältnissen, hilft als Kind in der elterlichen Wäscherei. Zu ihrem Beruf kommt sie eher zufällig, als sie mit ihrer Schulfreundin kurzentschlossen an einer der nach dem Krieg neueröffneten Schauspielschulen vorspricht. Schon damals zeigen sich ihr komisches Talent und ihre Wandlungsfähigkeit, womit sie die Prüfenden bestens unterhält und überzeugt. Darauf folgt 1947-1951 ihre Ausbildung zur Schauspielerin (bei Fritz Kirchhoff sowie Marie Borchardt), die sich Marianne Wünscher u.a. als Rundfunkansagerin und Hörspielsprecherin verdient. Den Anfang ihrer Bühnenlaufbahn macht die frischgebackene Absolventin am Deutschen Theater. Außerdem sammelt sie Kabarett-Erfahrungen in der "Parodie". 1952 wird sie von Intendant Fritz Wisten entdeckt, der sie an sein Theater am Schiffbauerdamm verpflichtet. Mit dessen Ensemble wechselt sie 1954 schließlich in die Volksbühne, wo sie bis 1990 bleibt. Während ihres Bühnenschaffens tritt die Wünscher in zahlreichen Stücken auf und entwickelt sich dabei zur beliebten Volksschauspielerin. Als eine ihrer interessantesten Aufgaben bezeichnet die Künstlerin selbst einmal das asoziale Mädchen Emmi aus der "Ravensbrücker Ballade", deren Schicksal sie durch unsentimentales, wirklichkeitsnahes Spiel nachempfindet. Begeistert ist das Publikum auch von ihr als Goldonis "Mirandolina", eine ihrer größeren Rollen, über die Ingeborg Pietzsch 1974 schreibt: "Hier steht kein verspieltes, kokettes Kammerkätzchen auf der Bühne, das aus Freude an der Intrige Männern den Kopf verdreht. Die Wünscher breitet mit differenzierten schauspielerischen Mitteln die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Mirandolina-Figur vor den Zuschauern aus: Lebenserfahrung, Menschenkenntnis, durch die Arbeit gewonnene Vitalität und Robustheit. Ihre Mirandolina leistet sich den Spaß, die parasitären Adligen zu entlarven." Wünschers Karriere vor der Kamera beginnt Mitte der 50er Jahre. Wie am Theater sieht man sie auch beim Film zuerst häufig in Episodenrollen, die sie mit Präzision gestaltet. Mehrfach wirkt sie in satirischen "Stacheltier"-Produktionen mit, bringt hier ihre komödiantische Begabung zur Geltung. Gelegentlich kann sie sich eindrucksvoll in Charakterstudien ("Kabale und Liebe", 1959; "Verflucht und geliebt", TV 1981) beweisen, doch ist sie daneben gleichfalls bei heiteren Stoffen in ihrem Element. So brilliert sie z.B. in der musikalischen "geliebten weißen Maus" (1964) als resolute Dame mit Hund oder als Mutter Wolff im "Biberpelz" (1983), einer Theateraufzeichnung fürs Fernsehen. Desöfteren verkörpert Wünscher Mütter, Tanten oder Großmütter wie u.a. die Tante Elsie im populären Fernsehmehrteiler "Aber Vati!" (1973) und gastiert wiederholt in Filmen der Krimireihe "Polizeiruf 110". Ein Meisterstück gelingt ihr im "blauen Krokodil", einer der Schwänke um die "Drei reizenden Schwestern", wo sie in verschiedenen Rollen zu erleben ist. Neben ihrer Arbeit für Bühne, Film, Fernsehen, Hörspiel oder Synchron feiert die vielseitige Marianne Wünscher Erfolge als Chansoninterpretin. Sie führt durch eigene Fernsehsendungen ("Hand aufs Herz", "Chansons mit Marianne") und ist Darstellerin in Kabarettrevuen. Außerdem engagiert sich die Kunst- und Nationalpreisträgerin in der Politik, ist zeitweilig Abgeordnete der Liberaldemokratischen Partei Deutschlands (LDPD) Berlin und später einige Jahre Mitglied der Volkskammer der DDR. Wünschers erster Ehemann ist Regisseur Gottfried Herrmann, ab 1963 ist sie dann mit dem Komponisten Wolfgang Pietsch verheiratet.
Quelle: Team Zutz - Unsere Filmsterne; Renate Seydel, Schauspieler; Das große Lexikon der DDR-Stars

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