Jochen Thomas

Filme (als Schauspieler)
1957
Vergeßt mir meine Traudel nicht
1958
Das Lied der Matrosen
1959
Bevor der Blitz einschlägt
1960
Die schöne Lurette
1960
Hatifa
1961/62
Revue um Mitternacht
1961/62
Die aus der 12b
1963
Karbid und Sauerampfer
1964
Geliebte weiße Maus
1964/65
1971
Der Mann der nach der Oma kam
1973-75
1983
Märkische Chronik
.

Geboren

07.08.1925 in Kassel

Gestorben

27.04.1995 in Berlin

Leben

Als ehemaliger Medizinstudent steht Jochen Thomas 1945 vor einer neuen Berufswahl. Eigentlich will er Musik studieren, Dirigent werden, entscheidet sich dann aber für eine schauspielerische Laufbahn. An einer Leipziger Privatschule erhält er 1946-48 Unterricht. Während des Studiums debütiert er an der dortigen Volksbühne und sammelt nach abgeschlossener Ausbildung Bühnenerfahrung in Altenburg und Halle. Robert Trösch "entdeckt" den talentierten Darsteller bei einem Gastspiel in Berlin und holt ihn an die Neue Bühne, aus der schließlich das Maxim-Gorki-Theater hervorgeht. Zum Ensemble dieses Hauses gehört Jochen Thomas dann ab 1952. Im selben Jahr wird auch die DEFA auf ihn aufmerksam. Durch seine "herb-männliche" Ausstrahlung und sein bemerkenswert unaufdringliches aber eindrucksvolles Spiel ist er für die Gestaltung von Angehörigen der Arbeiterklasse prädestiniert. Mehrfach besetzt man ihn auch in diesem Fach, so u.a. im deutsch-schwedischen Film "Leuchtfeuer" (1954) oder im "Lied der Matrosen" (1958). "Will man die Rollengattung umreißen, die Jochen Thomas besonders gelingt, so ist es die des äußerlich grob, 'fast brutal' wirkenden Menschen mit dem weichen Herzen", schreibt Horst Knietzsch 1958 über den Schauspieler. Neben seiner Arbeit vor der Kamera beschäftigt er sich mit Gesang und Tanz, wirkt für das Erich-Weinert-Ensemble der Nationalen Volksarmee, wo seine Frau, die Ballettmeisterin Lore Grass, Choreographin ist. Außerdem ist Jochen Thomas in Stacheltier-Kurzfilmen zu sehen, spricht für Synchron und Rundfunk. Seine Sangesbegabung darf er als gutmütiger Gesetzeshüter in der Musikkomödie "Geliebte weiße Maus" (1964) unter Beweis stellen. Seit Mitte der 50er Jahre zählt auch das Fernsehen zu den Tätigkeitsfeldern des viel beschäftigten Künstlers. Dort ist er fortan in zahlreichen Filmen und Serien zu erleben, oft in Väterrollen. Des Weiteren führt er Regie bei unterhaltsamen Fernsehproduktionen, in denen er meist ebenfalls als Darsteller agiert. Seine Tochter Tatjana Thomas beginnt wie der Vater eine Karriere als Schauspielerin ("Ete und Ali", 1985).
Quelle: Team Zutz; Filmspiegel von 1958; Unsere Filmsterne; Das große Lexikon der DDR-Stars