Rolf Römer

Filme (als Schauspieler)
1958
Das Lied der Matrosen
1959
Verwirrung der Liebe
1959
Weißes Blut
1960/61
Ein Sommertag macht keine Liebe
1961
Die Liebe und der Co-Pilot
1961/62
Auf der Sonnenseite
1963
Die Glatzkopfbande
1964/65
1965
Mit mir nicht, Madam!
1965/66
1966
Jahrgang 45
1967
Chingachgook, die große Schlange
1969/70
He, Du
1972
Tecumseh
1976
Hostess
1978
Polizeiruf 110 - Schuldig
Filme (als Regisseur)
1969/70
He, Du
1976
Hostess
1978
Polizeiruf 110 - Schuldig
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Geboren

20.09.1935 in Königswinter

Gestorben

14.03.2000 in Berlin

Leben

Aufsässigkeit und Unbeherrschtheit hatten den Schüler Römer ausgezeichnet, der Verweis von der Oberschule war die Folge. Bauarbeiter und Traktorist und schließlich Maurer, das exakte Erlernen dieses Berufes; die Auszeichnung als Jungaktivist, der Ehrendienst bei der NVA ließen ihn Disziplin erlernen, stärkten sein Selbstbewußtsein." (Renate Seydel, 1974) Dann führt der Weg Rolf Römers zur Schauspielerei: 1960 schließt er sein Studium an der Babelsberger Filmhochschule ab und tritt ein dreijähriges Engagement am Theater der Bergarbeiter in Senftenberg an. Dort sind es vor allem Aufgaben in Gegenwartsstücken, die ihm zu "persönlichem Stil und eigenem Ausdruck" verhelfen. Bereits während der Ausbildung in Nebenrollen auf der Leinwand präsent (manchmal unter seinem bürgerlichen Namen Rolf Specht), spielt er ab Mitte der 1960er Jahre auch wichtigere Charaktere. Besondere Bedeutung kommt hier seiner eindrucksvollen Gestaltung der Hauptfigur in "Jahrgang 45" zu - einem Film, welcher zu einer Reihe von DEFA-Produktionen gehört, deren Veröffentlichung auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED verboten wird und die somit erst ab 1990, etwa 25 Jahre später, zur Aufführung gelangen. Große Popularität erhält der abenteuerlustige Mime durch seine Mitwirkung an mehreren Indianerfilmen. In lebhafter Erinnerung bleibt seine Verkörperung des Wildtöters in "Chingachgook, die Große Schlange". Schöpferische Energie und Interesse an der Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner veranlassen den teils als unbequem geltenden, stets nach neuen Erkenntnissen strebenden Künstler an Drehbüchern für weitere Indianerfilme mitzuarbeiten. Außerdem schreibt und inszeniert Römer einige zeitgenössische Stoffe für Film und Fernsehen, in denen seine Ehefrau Annekathrin Bürger Hauptrollen spielt; die beiden sind seit 1966 miteinander verheiratet. So entsteht z.B. die unterhaltsame Komödie "Hostess", die beim Publikum äußerst positiv aufgenommen wird, während das Ministerium den Film für zu freizügig hält und eine bestimmte Szene, die dem allgemeingültigen Bild der Arbeiterklasse widerspricht, entfernt werden soll. Rolf Römer setzt den Forderungen zum Trotz seine ungeschnittene Fassung durch. Nachdem das Ehepaar Bürger/Römer zu den Unterzeichnern gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns zählte und 1977 bei Erich Honecker persönlich seinen Protest vortrug, erregt 1978 die von der Obrigkeit als zu gesellschaftskritisch angesehene "Polizeiruf 110"-Sendung "Schuldig" Aufsehen. Bis zur Wende wird das Werk nicht wieder ausgestrahlt, und ihr Autor, Regisseur und Darsteller Rolf Römer ist fortan für weitere eigene Projekte "kaltgestellt", wird kaum noch beschäftigt. Die Arbeit als Schauspieler setzt er in wenigen, zumeist ausländischen Produktionen fort. Zudem ist er als Sprecher bei Hörspiel, Trickfilm, gelegentlich Synchron tätig und tritt in literarisch-musikalischen Programmen zusammen mit seiner Frau auf. Annekathrin Bürger sagt in einem Interview darüber: "Wir haben immer offen mit den Leuten geredet. Und diese Offenheit gaben sie an uns zurück, sodass wir sehr viel über das Leben im Land erfuhren. Bei ganz verschiedenen Anlässen versuchten wir zu helfen ...". In den 1990er Jahren ist Römer vereinzelt auf dem Fernsehbildschirm zu sehen und inszeniert Dokumentarfilme. Auch zeigen er und seine Gattin soziales Engagement: 1993 gründen sie beispielsweise den Verein "Kinder vom Don", der sich für verwahrloste Kinder in Russland einsetzt und dessen Initiativen u.a. durch den Erlös von Benefizkonzerten finanziert werden. Bei einem Gartenarbeitsunfall erleidet Rolf Römer schwere Verbrennungen, an deren Folgen er im März 2000 schließlich stirbt.
Quellen u.a.: Team Zutz, Renate Seydel, Schauspieler; Das große Lexikon der DDR-Stars; Artikel der SUPERillu)

Bilder