Gerry Wolff

Filme (als Schauspieler)
1954/55
Ernst Thälmann - 2. Teil - Führer seiner Klasse
1958
Emilia Galotti
1959
Maibowle
1961
Das Kleid
1961/62
Die schwarze Galeere
1961/62
Die Jagd nach dem Stiefel
1961/62
Revue um Mitternacht
1962/63
Nackt unter Wölfen
1965
Lots Weib
1966/2009
1969
Krupp und Krause
1978
Anton der Zauberer
1979/80
1979/80
Der Baulöwe
1981-83
1990
Das Trio
.

Geboren

23.06.1920 in Bremen

Gestorben

16.02.2005 in Oranienburg

Leben

Er wird als Sohn des Schauspielerehepaares Martin Wolff und Grete Lilien geboren, sein Großvater ist Rabbiner. Sein Halbbruder Peter Wolff, der später unter dem Namen Victor Beaumont internationale Bekanntheit erlangt, wirkt bereits Anfang der 1930er Jahre in deutschen Tonfilmen mit. Früh verliert Gerry seine Eltern. Eigentlich will er Kapellmeister werden, doch 1935 emigriert er - um der Verfolgung durch die Faschisten zu entfliehen - nach England, wo er sich nach Ende der Schulzeit als Tischler, Schlosser oder Tellerwäscher durchs Leben schlägt. Später arbeitet er als Lektor in einem Verlag. Bald schließt er sich der sozialistischen Bewegung in England an, wirkt in Agitprop-Gruppen und gründet gemeinsam mit anderen jungen Deutschen nahe Cambridge die erste Laienspielgruppe der Freien Deutschen Jugend, deren Leiter er schließlich wird. Erste Bühnenerfahrungen sammelt Wolff in einem englischen Internierungslager. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahre 1947 ist er am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin engagiert, danach spielt er an der dortigen Volksbühne. Seit 1961 gehört er dem DEFA-Ensemble an, konzentriert sich fortan verstärkt auf die Tätigkeit vor der Kamera. Wolff ist nicht nur ein viel beschäftigter Charakterdarsteller für Kino- und Fernsehfilme, sondern tritt außerdem als Moderator der Unterhaltungssendung "Von Melodie zu Melodie" sowie als Sänger (Erfolge mit der Interpretation von Blues, jiddischen Liedern und vor allem Chansons sind zu erwähnen) und nicht zuletzt als Sprecher bei Rundfunk, Hörspiel und Synchron in Erscheinung. Auf Leinwand und Bildschirm verleiht der multitalentierte Künstler oftmals Nebenrollen Profil. Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn zählen seine Leistungen in DEFA-Streifen wie "Der Prozess wird vertagt" (1958) oder "Nackt unter Wölfen" (1963). Erinnerungswürdig auch seine Auftritte in den Fernsehproduktionen "Familie Rechlin" (TV, 1982), "Kiezgeschichten" (TV-Serie, 1987) oder "Barfuss ins Bett" (TV-Serie, 1988). In den 80er Jahren steht Wolff wieder auf der Bühne, ist so z.B. am Theater im Palast zu sehen, tritt mit musikalisch-literarischen Programmen auf. Auch nach der Wende übernimmt der Schauspieler noch zahlreiche Aufgaben bei Film, Fernsehen, Hörspiel. Sein Sohn Thomas Wolff (geb. 1951 in Berlin) ist in die Fußstapfen des Vaters getreten und hat ebenfalls den Schauspielerberuf ergriffen.


Quellen: Team Zutz, Filmspiegel; Unsere Filmsterne; Das große Lexikon der DDR-Stars

Literatur

.

Titel: Die Rose war rot - mit CD
Herausgeber: Wolfgang Herzberg
Autor: Gerry Wolff

ISBN:3320020706
Verlag: dietz berlin