Fred Düren

Filme (als Schauspieler)
1956/57
Sheriff Teddy
1958
Sie nannten ihn Amigo
1958
Das Lied der Matrosen
1959/60
1960
Hatifa
1962
Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück
1963-64
1971
Der kleine und der große Klaus
1971
Goya
1974
Orpheus in der Unterwelt
1983
Der Aufenthalt
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Geboren

02.12.1928 in Berlin

Leben

"Witz, Intelligenz, feines rhythmisches Empfinden und eine wandlungsfähige, vielfarbige Stimme - das sind die Kunstmittel Fred Dürens, mit denen er immer wieder verblüfft, in jeder Rolle ein anderer ist und doch zugleich jeder Rolle seinen unverwechselbaren Typus aufprägt.", schreibt Christoph Funke 1966 in seinem Beitrag über den großen Charakterdarsteller, der 30 Jahre lang zu den wichtigen Protagonisten des Deutschen Theaters zählt. Seinen Anfang nimmt der künstlerische Weg des Berliner Arbeiterjungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs: 1945-47 besucht Düren die Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin. Das erste Engagement hat er in Potsdam. Ludwigslust, Wismar und Schwerin lauten die darauf folgenden Bühnenstationen. Mit den frühen 50er Jahren kehrt er wieder in seine Geburtsstadt zurück, wo er zunächst für einige Zeit in Brechts namhaftem Berliner Ensemble spielt. Von 1958 bis 1988 ist er schließlich auf der Bühne des traditionsreichen Deutschen Theaters zu erleben. Schon früh offenbart sich das große schauspielerische Talent Dürens, der "mit äußerster Einfachheit der Mittel diffizilste Wirkungen zu erreichen" vermag (Christoph Funke, 1966). Auf diese Weise meistert er die bedeutenden Rollen der Weltdramatik, ist durch seine individuelle Menschengestaltung und vitale Überzeugungskraft anspruchsvollen Aufgaben wie dem Woyzeck, Tartüff, Ödipus, Faust und Lear gewachsen. Weitere Erfolge feiert er u.a. als Trygaios im "Frieden", als Shylock im "Kaufmann von Venedig" oder als Paris in der Operette "Die schöne Helena". Mitte der 50er Jahre beginnt Dürens Wirken vor der Kamera. Im antifaschistischen DEFA-Streifen "Sie nannten ihn Amigo" (1959) macht er mit seiner ergreifenden Darstellung des verfolgten Kommunisten Pepp auf sich aufmerksam. Andere beachtenswerte Leistungen in Kinoproduktionen schließen sich an. So sind hier vor allem seine Verkörperung des "fliegenden Holländers" (1964), des Ernst Barlach in "Der verlorene Engel" (1966) oder des Grünstein ("Die Grünstein-Variante", DDR/BRD 1985) zu nennen. Neben seiner intensiven Theaterarbeit und der Tätigkeit für den Film, ist der Kunst- und Nationalpreisträger bald auch auf dem Fernsehbildschirm vorzufinden, wo er z.B. als kriecherischer Hausmeister Emil Borkhausen in der dreiteiligen Fallada-Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein" (TV, 1970) oder als der aus der Haft heimgekehrte und nun aufs Neue des Mordes verdächtigte "Mann" in der gleichnamigen "Polizeiruf"-Folge von 1975 und nicht zuletzt als mürrischer Taxifahrer im verbotenen Kurzfilm "Monolog für einen Taxifahrer" (TV, 1963) glänzt. Außerdem ist Düren aktiver Sprecher für Hörspiel und Synchron, leiht beispielsweise seinem tschechischen Kollegen Jirí Vrstala desöfteren seine Stimme. In den 80er Jahren tritt der Künstler, der ab 1949 mehrere Jahre mit Irmgard Düren verheiratet ist, zum jüdischen Glauben über, verabschiedet sich vom Schauspielerberuf und lebt seitdem in Israel. Nur gelegentlich gastiert er noch mit Lesungen (zum Teil religiöser Stoffe) in Berlin.
Quelle: Team Zutz, Unsere Filmsterne; Schauspieler, Ausgabe 1966; Filmschauspieler A-Z; Das große Lexikon der DDR-Stars; Internet

Literatur

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Ich muß ja den Weg gehen, den ich gehen kann
Schauspieler in Berlin - Jahre in Jerusalem
Autor: Fred Düren, Karl-Heinz Müller (Hrsg.)

ISBN: 978-3-360-01293-7
Verlag: Das Neue Berlin