Alfred Struwe

Filme (als Schauspieler)
1966
Ohne Kampf kein Sieg
1969
Krupp und Krause
1970
KLK an PTX - Die Rote Kapelle
1974
Ulzana
1976
Im Staub der Sterne
1979
Bis das der Tod euch scheidet
1979
1980/81
1982
1985-87
Zahn um Zahn
.

Geboren

22.07.1924 Marienburg/Ostpreussen

Gestorben

12.02.1998 Potsdam

Leben

Der Sohn eines Postbeamten wächst mit seinen fünf Geschwistern in Marienburg auf. Schon früh beginnt er sich für die Schauspielerei und Filme zu interessieren. In den Kinderferienlagern der Hitlerjugend steht er das erste Mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Sein Berufswunsch ist klar, 1944 - als längst alle Theater geschlossen waren - macht er sich auf den Weg nach Danzig und spricht dem Generalintendanten vor. "Doch statt zum Theater bin ich zum Reichsarbeitsdienst gekommen, anschließend zum Militär", erzählt Alfred Struwe später aus seinem Leben. Nach dem Besuch der Offiziersschule in Hannover wird er gemeinsam mit anderen jungen Kameraden noch in den letzten Kriegstagen in den Kampf geschickt. 1945 findet er in Leipzig wieder zu seiner Familie. Noch immer strebt Alfred den Schauspielerberuf an, aber sein Vater ist dagegen. So muss er stattdessen auf eine Polizeischule, bis diese 1948 von den Kommunisten "abgewickelt" und auch er entlassen wird. Von nun an kann sich der Erzkomödiant seiner wahren Leidenschaft widmen. Neben seiner Polizisten-Ausbildung hatte Struwe bereits an Laienbühnen gespielt und privaten Schauspielunterricht genommen. Im Jahr 1949 geht er ans Theater Greiz. Danach folgen Engagements in Brandenburg, Zittau, Cottbus, Karl-Marx-Stadt und Dresden. Einen ersten Auftritt vor der Kamera absolviert der Mime bereits 1954 in der DEFA-Koproduktion "Leuchtfeuer". Seit den 60er Jahren ist Struwes Gesicht dann öfter auf Leinwand und Bildschirm anzutreffen. In Erinnerung bleibt er dem Kinopublikum als Navigator Suko im Science-Fiction-Film "Im Staub der Sterne" (1976). Bei der DEFA sonst eher für profilierte Nebenrollen eingesetzt, erhält der Künstler mit der starken Präsenz seine großen Aufgaben vor allem beim DDR-Fernsehen, dessen Ensemble er ab 1971 angehört. Hier reicht sein Spektrum vom schlauen (nicht selten uniformierten) Gegenspieler der Protagonisten bis zum liebenswert-komischen Charakter. Wiederholt verkörpert er den Hitler-Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg, und ist außerdem in diversen TV-Serien und -Reihen mit von der Partie. Zur Paraderolle für Struwe wird 1985 der kauzige Zahnarzt Dr. Wittkugel, mit dessen häufig aufbrausendem Temperament es selbst das sanfte "Häppchen" (dargestellt von Helga Piur) manchmal nicht einfach hat. Die Serie ist ein solcher Erfolg, dass die ursprünglich geplanten 7 Episoden auf Zuschauerwunsch fortgesetzt und somit letztendlich 21 Geschichten über die "Praktiken des Dr. Wittkugel" und die Beziehung zu seinem Häppchen entstehen. Mit der Wende wird es ruhig um den beliebten Schauspieler, gelegentlich arbeitet Struwe noch für Bühne und Fernsehen, genießt ansonsten sein "Rentnerdasein", stirbt schließlich nach langer Krankheit. Ab 1957 ist der Frauenschwarm mit der einstigen Solo-Tänzerin Brigitte verheiratet. Die gemeinsame Tochter Catharina (geb. 25.11.1962) ist ebenfalls als Schauspielerin tätig, z.B. langjährig am Theater Senftenberg.
Quelle: Das große Lexikon der DDR-Stars; diverse Zeitungsartikel)