Klaus Piontek

Filme (als Schauspieler)
1965
König Drosselbart
1966/67
Das Mädchen auf dem Brett
1968
Alchimisten
1969
Seine Hoheit - Genosse Prinz
1970
Rottenknechte
1970
KLK an PTX - Die Rote Kapelle
1979/80
Alle meine Mädchen
1980
1980/81
1981-83
1982
1983
Der Aufenthalt
1984
Die vertauschte Königin
1989
.

Geboren

28.02.1935 in Trebnitz

Gestorben

22.06.1998 in Berlin

Leben

In Texten über Klaus Piontek ist von "Lockerheit und Spielfreude" die Rede, von vielseitiger Begabung, Wandlungsfähigkeit oder "darstellerischer Intelligenz" (Martin Linzer, 1974). Weiterhin fallen die Worte "brillante Präzision" sowie "strahlende Jugendlichkeit, Pfiffigkeit, Charme" (Erika Stephan, 1981), die seine Arbeit und seine Person auszeichnen, auch ein Hinweis auf seine Manieren, Sensibilität und Genauigkeit in Sprache und Denken, die ihn zu einem hochgeschätzten wie beliebten Kollegen machen, fehlt nicht. 1953-56 studiert er in Leipzig Schauspiel und nach Engagements in Halberstadt und am Dresdner Staatstheater führt ihn sein Weg 1962 zum Deutschen Theater Berlin, dessen Ensemble er bis zu seinem Tod im Jahre 1998 treu bleibt. Dort wird seine Laufbahn nicht durch "Protagonistenrollen der Weltdramatik" bestimmt, sondern Piontek tritt mehr mit nuanciert gespielten Dienerfiguren und anderen Nebenrollen in Erscheinung. Er entwickelt sich schnell zu einem der meistbeschäftigten Mimen, die mit herausragenden Leistungen in klassischen Werken (Vincentio in Shakespeares "Maß für Maß") wie zeitgenössischen Stücken (Stieber in Günther Rückers "Der Herr Schmidt") glänzen. Auch dank seiner Mitwirkung in Aristophanes'/Hacks' "Frieden" oder Borcherts "Draußen vor der Tür" verhilft er den Inszenierungen zu Nachhaltigkeit und Erfolg bei Publikum und Kritikern. Und er vermag altbewährte Charaktere wie den Wurm in "Kabale und Liebe" oder den Schreiber Licht in "Der zerbrochene Krug" vom Klischee zu lösen und neue, eigene Akzente zu setzen. Mitunter führt er auch selbst Regie, so beispielsweise bei Hauptmanns "Ratten" (1977) oder Shelagh Delaneys "Bitterem Honig" (1978), wobei er vor allem den Akteuren Raum für Gestaltung lässt. Ab Anfang der 1960er steht Klaus Piontek zudem in Produktionen verschiedenster Genres vor der Kamera, sowohl für DEFA als auch DFF. Besondere Erwähnung verdient hier seine Darstellung des Schriftstellers Werner Bertin, dem alter ego des Autors in den Arnold-Zweig-Verfilmungen "Der Streit um den Sergeanten Grischa", "Junge Frau von 1914" und "Erziehung vor Verdun". Es ist das Porträt eines jungen Mannes, sein Reifen von weltfremdem Idealismus zu politischer Erkenntnis, gewonnen durch bittere Kriegserfahrungen. Im antifaschistischen Spielfilm "KLK an PTX - Die Rote Kapelle" verkörpert Piontek wiederum einen Intellektuellen, den Offizier der Luftwaffe aus gutem Hause, Harro Schulze-Boysen, der mit Arvid Harnack zu den wichtigen Köpfen ihrer Widerstandsgruppe gehört, bevor er durch die Gestapo verhaftet und später hingerichtet wird. Beim "Polizeiruf 110" gastiert er als krimineller Restaurantküchenleiter, der sich an Schiebergeschäften bereichert und im Märchen ist er z.B. "Der Meisterdieb", um nur einige seiner zahlreichen Film- und Fernsehaufgaben zu nennen. Neben seiner Tätigkeit für Bühne, Kino und TV zählt Piontek mit seiner ausdrucksreichen Stimme zu den gefragten Sprechern bei Hörspielen (den Kindern u.a. in guter Erinnerung als eitler Hahn im "Tierhäuschen"), Dokumentarfilmen und Synchron.
Quellen: Renate Seydel, Schauspieler; 100 Jahre Deutsches Theater Berlin; Das große Lexikon der DDR