Jürgen Frohriep

Filme (als Schauspieler)
1959
Sterne
1959
Weißes Blut
1960
Begegnung im Zwielicht
1961
Die Liebe und der Co-Pilot
1962
Der Kinnhaken
1962
Das grüne Ungeheuer
1964
Das Lied vom Trompeter
1965
Wolf unter Wölfen
1966
Ohne Kampf kein Sieg
1967
Chingachgook, die große Schlange
1969
Zeit zu leben
1972/73
Die Legende von Paul und Paula
1976
1980/81

Geboren

28.04.1928 in Rostock

Gestorben

13.07.1993 in Berlin

Leben

Als Jugendlicher teilt das "Kind der Waterkant" und ältester von vier Brüdern das Schicksal vieler seiner Generation und wird noch in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges zur Flak eingezogen. Nach Kriegsende verdingt sich der 17jährige Jürgen erst als Bootsarbeiter, Fischer sowie Helfer bei den Bauern, verdient damit sein Geld für das tägliche Brot. Zu seinem Traumberuf Journalist reicht es laut Frohriep´s eigener Aussage nicht, denn "In Deutsch war ich ausgezeichnet, aber sonst..." Stattdessen schließt er sich bald einer Theatergruppe der FDJ an, die durch die Mecklenburger Lande zieht, und gelangt auf diesem Wege letztendlich zur Schauspielerei. Gemeinsam mit gleichgesinnten Freunden errichtet er im Schloss Putbus das "Studio 48", wo die kleine Darstellertruppe den Menschen aus der Umgebung allabendlich kulturelle Erlebnisse bietet. 1951 wird Frohriep für zwei Jahre an das "Theater der Freundschaft" in Berlin engagiert. Die nächsten Bühnen-Stationen heißen Stralsund, Erfurt und Altenburg. So ist er u.a. in klassischen Werken wie Schillers "Räubern" zu sehen, mitunter besetzt man ihn auch im musikalischen Fach (Opern in Stralsund). Ende der 50er Jahre wird schließlich der Film auf Jürgen Frohriep aufmerksam. Konrad Wolf holt ihn für die Hauptrolle in der deutsch-bulgarischen Produktion "Sterne" (1959) erstmals vor die Kamera. Mit seiner Gestaltung des Unteroffiziers Walter gelingt es Frohriep auf Anhieb, die Sympathien des Kinopublikums zu gewinnen. Aufgrund seines vielversprechenden Leinwanddebüts werden ihm danach immer wieder Rollen ähnlichen Charakters übertragen. Einen weiteren Erfolg hat er im gleichen Jahr in "Weißes Blut". Seitdem gehört er als festes Mitglied zum DEFA-Ensemble, absolviert daneben Gastauftritte in vielen ausländischen Produktionen. Schnell hat Frohriep auch beim Fernsehen Fuß gefasst, wirkt dort in zahlreichen Filmen mit. In Erinnerung bleibt er den Zuschauern hier vor allem durch seine Verkörperung der Protagonisten in Mehrteilern, überzeugt z.B. als Antonio Morena in "Das grüne Ungeheuer" (1962) oder verleiht dem Rennfahrer Manfred von Brauchitsch Profil in der biographischen Verfilmung "Ohne Kampf kein Sieg" (1966). Für seine Darstellung des Leutnant Fritz in "Wolf unter Wölfen" - eine ausgesprochene Wunschrolle Frohrieps - erhält er 1965 gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Künstlerkollektivs den Silbernen Lorbeer. Zwischen 1967 und 1969 spielt er drei Mal den MfS-Major Sander, der in spannenden Missionen als eingeschleuster Agent im BND zum Schutze der DDR agiert. Zusammen mit seiner ersten Frau Ingeborg Schumacher führt er zeitweilig durch das "Rendezvous am Wochenende". Parallel zu seiner Arbeit als Schauspieler bei DEFA und DFF, ist Frohriep ein beschäftigter Sprecher im Synchronstudio. So kann man seine markante Stimme in den deutschen Fassungen einer Vielzahl internationaler Produktionen hören. Als Anfang der 70er Jahre interessante Angebote der DEFA ausbleiben, wendet er sich wieder verstärkt dem Fernsehen zu. Ab 1972 spielt er in 64 Kriminalfällen der Reihe "Polizeiruf 110" den Oberleutnant (später Kriminaloberkommissar) Hübner - seine wohl bekannteste Aufgabe im DDR-Fernsehen, die zudem seine "zweite" große Popularität begründet. Nach der Wende und dem Ende des DFF ist Frohriep, der in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kati Székely verheiratet ist, nicht mehr gefragt, lebt zurückgezogen und getrennt von seiner Frau in einer Berliner Wohnung, wo er im Juli 1993 tot aufgefunden wird. Sein jüngster Bruder ist der Schriftsteller und ehemalige Lektor im Hinstorff Verlag Ulrich Frohriep (* 18.11.1943 in Rostock), der neben zahlreichen Büchern und Hörspielen auch einige Szenarien für den "Polizeiruf 110" verfasst hat.
Quelle: Team Zutz - Filmspiegel von 1960 und 1961; Unsere Filmsterne; Schauspieler, Ausgabe 1966; Filmschauspieler A-Z; Das große Lexikon der DDR-Stars; Internet

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