Gudrun Okras

Filme (als Schauspieler)
1969
Hans Beimler, Kamerad
1982/83
Geschichten übern Gartenzaun
1985
Neues übern Gartenzaun
1986
So viele Träume
1986/87
Vernehmung der Zeugen
1988
Der Eisenhans
1989
Coming Out
1990
1990
Rückwärts laufen kann ich auch
2000
Jetzt oder nie - Zeit ist Geld

Geboren

08.12.1929 in Berlin

Gestorben

23.07.2009 in Berlin

Leben

Nach privatem Schauspielunterricht und Tätigkeit bei Funk und Synchron folgt 1952-59 ein Theaterengagement an der Westberliner Vagantenbühne. Über die Bühnenstationen Eisleben, Leipzig, Eisenach, Dessau, Prenzlau und Stralsund gelangt Okras in die sächsische Kulturhauptstadt am Ufer der Elbe. Dem Ensemble des Dresdner Staatstheaters gehört die begabte Künstlerin mit dem warmen, dunklen Timbre in der Stimme von 1977 bis 1992 an. Bis dahin fast ausschließlich auf der Bühne zuhaus, blüht ihre Karriere bei Film und Fernsehen erst Anfang der 1980er Jahre auf. Berühmtheit und Anerkennung beschert ihr die glaubhafte Verkörperung der revolutionären Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin in der DEFA-Produktion "Wo andere schweigen" (1984). Für ihre Leistung in dieser Rolle wird Gudrun Okras 1983 mit dem DDR-Kulturpreis ausgezeichnet. Fortan entwickelt sich die bedeutende Schauspielerin mit der kräftigen Statur zu einer vielbeschäftigten Darstellerin auf Bildschirm und Leinwand, die auch nach der Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands gefragt bleibt. Das Publikum liebt sie als zupackenden, nicht fehlerlosen großmütterlichen Charakter, den sie auf eindrucksvolle und unverwechselbare Art variieren kann, mit Lebenserfahrung, Güte und Humor, aber auch mit Listigkeit, Schrullen und Widerspenstigkeit versieht. "Die pflegeleichte Oma war ihre Sache nicht", schreibt Christoph Funke 2009 in einem Nachruf zu Okras, "Sie zeigte in ihren Altersrollen, was Erfahrung kostet: dass gelebte Jahrzehnte nicht nur weise machen, sondern auch ungerecht, knurrig, gar hinterhältig." Unvergesslich gestaltet die selbstkritische, lebensfrohe Mimin 1988/90 die verwitwete Martha Schön aus der Familienserie "Barfuß ins Bett", die sich resolut um Haushalt, Bruder, Sohn und Kindeskinder kümmert, während der Episodenhandlungen mit Eifersucht, Ängsten und verletzten Gefühlen ringt und auf Umwegen am Ende noch ein neues persönliches Glück findet. Eine permanente Aufgabe, die ihren Bekanntheitsgrad unter den gesamtdeutschen Zuschauern erhöht, erfüllt Okras 1997-2004 als Haushälterin Hanna Schulze in der TV-Serie "Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen". Im neuen Jahrtausend wirkt sie in Til Schweigers Komödie "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" mit, worin sie zu einem Senioren-Trio rüstiger Bankräuberinnen gehört. Gemeinsam mit ihren Partnerinnen Elisabeth Scherer und Christel Peters wird ihr der Ernst-Lubitsch-Preis verliehen. Wenig später spielt Gudrun Okras, die gern mit jungen Menschen arbeitet, im 2004 für den Oscar nominierten niederländisch-luxemburgischen Film "Die Zwillinge". Hierauf ist sie sehr stolz. 2006 steht sie letztmalig vor der Kamera und stirbt im Juli 2009 nach langem Leiden an den Folgen von drei Schlaganfällen. Ihr Sohn Dieter Okras (* 01.01.1949) ist ebenfalls als Schauspieler tätig.
Quelle: Team Zutz - Das große Lexikon der DDR-Stars; Artikel der SUPERillu; Nachruf im Tagesspiegel