Inge Keller

Filme (als Schauspieler)
1949
Quartett zu fünft
1950
Der Rat der Götter
1951
Die letzte Heuer
1951
Zugverkehr unregelmäßig
1960
Das Leben beginnt
1961
Gewissen in Aufruhr
1963
Jetzt und in der Stunde meines Todes
1965
Wolf unter Wölfen
1966
Karla
1966/67
Frau Venus und ihr Teufel
1967
Kleiner Mann - was nun?
1969
Nebelnacht
1970
Junge Frau von 1914
1979/80
Die Verlobte
1984
Ärztinnen
1989/90
1999
Aimée und Jaguar
..

Geboren

15.12.1923 in Berlin

Gestorben

06.02.2017 in Berlin

Leben

Debüt 1942 am Berliner Theater am Kurfürstendamm, dann Freiberg, Chemnitz, ab 1947 Berlin, Hebbel-, Schloßpark- und Deutsches Theater, dem sie von 1950 bis 2001 als eine der herausragenden Protagonistinnen angehört. Die Theaterarbeit dominiert in ihrer Laufbahn, aber in Phasen geringerer Beschäftigung an der Bühne tritt Inge Keller immer wieder in meist außerordentlichen Rollengestaltungen vor die Kamera, ist ein Garant für große Schauspielkunst, was in ihrem Falle - das muß nicht betont werden - nicht nur die große Geste, sondern immer wieder die zurückhaltende, kleine Nuance bedeutet. Inge Keller überzeugt im Gegenwartsfilm (bei Gerhard Lamprecht in "Quartett zu fünft", 1949, wie bei Horst Seemann in "Ärztinnen", 1984) ebenso wie in literarischen Stoffen ("Drei Schwestern", TV 1960, unter Heinz Hilperts Regie), kann so komisch sein (Die Fliege in "Happy End", TV 1977), wie sie zu erschüttern vermag (Denunziantin in "Die Verlobte", 1980). Immer wieder gewinnt Inge Keller dem Klischee der Dame von Welt neue Nuancen ab, nennt sich selbstironisch die "diensthabende Gräfin der DDR". Besonders nachhaltig wirken Rollen, die Inge Keller in mehrteiligen Fernsehfilmen der 60er Jahre spielt. Unter der Regie von Günter Reisch und Hans-Joachim Kasprzik ist sie die Frau des "Retters von Greifswald", Angelika Ebershagen in "Gewissen in Aufruhr" (1961), bei Kasprzik die Frau von Prackwitz in "Wolf unter Wölfen" (1965) nach Fallada, und in einem Stoff desselben Autors wiederum unter Kasprziks Regie eine umwerfend komische und zugleich erschütternde Mia Pinneberg in "Kleiner Mann - was nun?" (1967). Inge Keller erhält zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis und den Nationalpreis der DDR. "Inge Keller zum Beispiel. Eine Schauspielerin, für deren Ausstrahlung es in dem Lande DDR keine Entsprechung im Wirklichen gab. Wunderbare Individualität, getragen wie ein kostbarer Pelz unter den blauen Kitteln der Frühschicht". (Henryk Goldberg, 1998) Nach der Wende konzentriert sich die Schauspielerin auf ihre Theaterarbeit, kann aber 1999 mit vielbeachteten Episodenrollen in den Filmen "Aimée und Jaguar" und "Lola und Billidikid" ein Leinwand-Comeback feiern. Im gleichen Jahr wird sie in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Künste gewählt. Inge Kellers Tochter aus der Ehe mit dem Journalisten Karl-Eduard v. Schnitzler, Barbara Schnitzler, ist ebenfalls eine erfolgreiche Schauspielerin.

Quelle: F.-B. Habel & Volker Wachter, "Das große Lexikon der DDR-Stars"

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