Jenny Gröllmann

Filme (als Schauspieler)
1967
Geschichten jener Nacht
1968
Ich war Neunzehn
1970
Netzwerk
1970
Kennen Sie Urban?
1973
Eva und Adam
1973-75
1977
Die Flucht
1979
Hochzeit in Welzow
1982
Dein unbekannter Bruder
1984
Isabel auf der Treppe
1985
Die Hälfte des Lebens
1986
Das Buschgespenst
..

Geboren

05.02.1947 in Hamburg

Gestorben

09.08.2006 in Berlin

Leben

"Große, blaue Augen, in denen immer ein Hauch von Melancholie und Staunen liegt", so beginnt eine Beschreibung der bekannten und beliebten Schauspielerin Jenny Gröllmann in einem SuperIllu-Artikel anlässlich ihres Todes. Weiter ist zu lesen: "Sie hatte eine ganz besondere Art zu spielen. Leise, eindringlich. [...] Jenny Gröllmanns Kunst war es, Extreme in sich zu vereinen. Sie konnte in einer Rolle herb, selbstbewusst und zugleich zart und hilfebedürftig wirken." Sie ist die Tochter des Bühnenbildners Otto Gröllmann - einstiger Spanienkämpfer und Kommunist - und der Theaterfotografin und späteren Bildchefin des "Magazins" Gertrud Gröllmann. 1949 ziehen die Eltern in die sowjetische Besatzungszone, zuerst nach Schwerin, dann wohnt die Familie seit 1955 in Dresden, wo Jenny zur Schule geht. Früh zeigt sich ihr künstlerisches Talent und ihr Interesse am Theater. So steht sie bereits als 14-Jährige in der Titelrolle von Bertolt Brechts "Die Gesichte der Simone Machard" erstmals auf der Bühne. Von 1963 bis 1966 absolviert Jenny Gröllmann ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Anschließend gehört sie viele Jahre zum Ensemble des Maxim-Gorki-Theaters. Bis 1992 bleibt sie dieser Spielstätte treu, ist hier in zahlreichen bemerkenswerten Rollen zu erleben. Erfolge feiert sie vor allem mit der Verkörperung zeitgenössischer Figuren in Werken wie "Ich bin einem Mädchen begegnet" oder "Regina B." Nach 1992 arbeitet die Schauspielerin freischaffend, hat Engagements an Berliner Bühnen (Renaissance- und Schlossparktheater) sowie an den Hamburger Kammerspielen. Ab 2003 wirkt sie außerdem bei "Jazz-Lyrik-Prosa" mit, wo sie im Peter-Hacks-Programm neben Gunter Schoß auftritt. Auch Film und Fernsehen melden sich gleich am Anfang ihrer Laufbahn bei Jenny Gröllmann. In "Geschichten jener Nacht" gibt die junge Künstlerin ihr Debüt auf der großen Leinwand. Ein Jahr später ist sie in Konrad Wolfs autobiographischem Antikriegsstreifen "Ich war neunzehn" in einem zwar kleinen, jedoch eindrucksvollen Part als deutsches Mädchen zu sehen. Ihre erste Hauptrolle bei der DEFA erhält sie mit der Gila in "Kennen Sie Urban?" Weitere wichtige Filme stellen "Dein unbekannter Bruder" oder die historische Verfilmung "Hälfte des Lebens" dar. In der letzteren mimt sie an der Seite ihres zweiten Ehemannes Ulrich Mühe die Susette Gontard, verheiratete Geliebte des Dichters Hölderlin. In Erinnerung bleibt Jenny Gröllmann ihrem Publikum aber auch durch viele Aufgaben beim Fernsehen, wo sie wiederum hauptsächlich mit Charakteren in Gegenwartsstoffen betraut wird. Hierzu zählt beispielsweise die Betty Lienau, die im Mittelpunkt des dritten Teils der "Eva und Adam"-Reihe steht. In der "Polizeiruf 110"-Folge "Unheil aus der Flasche" überzeugt die Künstlerin als alkoholabhängige Mutter. Nach der Wende steht Jenny Gröllmann für Serien wie "Liebling Kreuzberg", "Unser Lehrer Dr. Specht" oder zuletzt "Sturm der Liebe" vor der Kamera, durch die sie gesamtdeutsche Popularität erringt. Die letzten Lebensjahre der Schauspielerin sind vom Kampf gegen den Krebs gezeichnet. Verheiratet ist die Mimin in erster Ehe mit dem Regisseur Michael Kann (ab 1973), und ab 2004 in dritter Ehe mit dem Filmarchitekten Claus-Jürgen Pfeiffer. Ihre Tochter Jeanne (geb. 1969), die erfolgreich als Maskenbildnerin tätig ist, stammt aus einer Verbindung mit Thomas Goguel. Aus ihrer 6-jährigen Ehe mit Ulrich Mühe (1984-1990) geht die Tochter Anna Maria Mühe (geb. 1985 in Berlin) hervor, welche in die Fußstapfen der Eltern getreten ist und sich bereits erste Lorbeeren als Schauspielerin verdient hat. Am 9.August 2006 erlag Jenny Gröllmann in Berlin einem Krebsleiden.
Quelle: www. defa-Sternstunden.de

Bilder