Rolf Hoppe

Filme (als Schauspieler)
1967/68
Hauptmann Florian von der Mühle
1971
Goya
1971/72
Eolomea
1972/73
Die Hosen des Ritters von Bredow
1973
Susanne und der Zauberring
1973
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
1974
Orpheus in der Unterwelt
1974
1976/77
Unterwegs nach Atlantis
1977
1980
Mephisto
1981
1981-83
1981/82
1982
1982
Frühlingssinfonie
1984/85
Die Gänse von Bützow
1990
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Geboren

06.12.1930 in Ellrich/Harz

Leben

Der Bäckerssohn muss während des Krieges den Vater in der Backstube vertreten und beginnt auf Wunsch der Familie eine Bäckerlehre. Nach Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft widmet sich Rolf seinen geliebten Tieren, arbeitet als Pferdepfleger und Kutscher auf einem nahe gelegenen Gut. Außerdem findet er sich mit anderen Jugendlichen zusammen, musiziert im Chor der FDJ und gehört 1946 mit zu den Gründern des Laientheaters Ellrich, wo sich der Komödiant Hoppe offenbart. Er spielt verschiedene Rollen in einem Stück und versucht sich als Regisseur, wofür er sich Rat beim Schauspieler Hannjo Hasse vom Nordhausener Theater holt. Freunde erkennen Hoppes künstlerisches Talent, ermutigen ihn, solch eine Laufbahn anzustreben. Nach privatem Unterricht und einer Ablehnung aus Weimar erfährt er schließlich seine schauspielerische Ausbildung am Landeskonservatorium Erfurt. Sein Bühnendebüt gibt Hoppe 1950 noch als Schauspielschüler. Im Anschluss an seine Lehrzeit wird er vom Erfurter Theater übernommen. Doch hält seine Stimme der ständigen Überbeanspruchung, gepaart mit einer starken Erkältung, nicht stand: Rolf Hoppe erleidet bald eine Stimmlippenlähmung, was zunächst das Ende seiner Schauspielkarriere bedeutet. So arbeitet er als Stallbursche und Tierpfleger beim Zirkus Aeros, bevor er 1952 dank psychischer Betreuung sowie Sprech- und Atemübungen seinen Künstlerberuf wieder ausüben kann. Das erste Engagement hat er am Theater der Jungen Garde in Halle, danach ist Hoppe in Greifswald, Leipzig und für längere Zeit an den Bühnen der Stadt Gera (1955-62) tätig. Ab 1962 tritt er dann seine Verpflichtung am Dresdner Staatsschauspiel an, welches über 20 Jahre lang seine künstlerische Heimstätte werden soll. Hier feiert er Erfolge in einer Vielzahl von klassischen wie zeitgenössischen Werken, darunter Shakespeares 'König Lear' oder als Dorfrichter Adam im 'zerbrochenen Krug', ist beim Publikum beliebt und bei den Kritikern geachtet. Eine kurze Unterbrechung stellt in den 70er Jahren sein Engagement am Deutschen Theater Berlin dar. Mitte der 60er Jahre ruft die DEFA, und für Rolf Hoppe fängt nun eine langjährige Beschäftigung vor den Film- und später auch Fernsehkameras an. Schnell avanciert er zu einem gefragten Darsteller, der bald zu den meistbeschäftigten gehört. Er realisiert zahlreiche Hauptrollen ('Die Hosen des Ritters von Bredow', 'Hans Röckle und der Teufel', 'Orpheus in der Unterwelt'), glänzt aber ebenso mit prägnanten Gestaltungen von Nebencharakteren. Oft verkörpert Hoppe den Bösewicht, mimt mehrfach den Schurken in den bekannten Indianerfilmen der DEFA, wo er als Gegenspieler von Gojko Mitic zudem seine Reitkünste unter Beweis stellen kann. Allerdings lässt sich Hoppe, der parallel zu Bühne, Film und Fernsehen als Hörspielsprecher agiert, nicht auf einen Rollentyp festlegen. Überzeugend spielt er auch wiederholt den Guten, z.B. in Kinderfilmen und Märchen, ist mal der freundliche Schleusenwärter ('Susanne und der Zauberring'), mal der gerechte König ('Drei Haselnüsse für Aschenbrödel') oder ein guter Reiter ('Der lange Ritt zur Schule'). Für seine Leistung im historischen 'Goya' (DDR/UdSSR, 1971) erhält er den Kunstpreis. International bekannt wird Hoppe 1981 durch seine Rolle als Nazi-General - einer Filmfigur in Anlehnung an Hermann Göring - in 'Mephisto' (HUN/BRD) neben Klaus-Maria Brandauer. Darin präsentiert der Charakterdarsteller einmal mehr seine besondere Fähigkeit, dem Bösen ein glaubwürdiges, beängstigend echtes Gesicht zu verleihen. 1997 verkörpert er nochmals treffend die schleichende Gefährlichkeit des Faschismus, mit der Person des Gauleiters Streicher im Spielfilm über die Erfolgsgeschichte der 'Comedian Harmonists'. In den 80er Jahren schließen sich Mitwirkungen in weiteren (Ko-)Produktionen für Film und Fernsehen des - vorwiegend deutschsprachigen - Auslands an (u.a. 'Frühlingssinfonie'). Auch tritt Hoppe seit 1983 bei den Salzburger Festspielen als Mammon in 'Jedermann' auf. Nach der Wende kauft sich der Adolf-Grimme-Preisträger einen Bauernhof in der Dresdner Heide und baut einen Seitenflügel zum Theater um, wo er gemeinsam mit seinen Töchtern Christine (ebenfalls Schauspielerin) und Josephine Lesungen hält.
Quellen: Filmschauspieler A-Z; Vor der Kamera; DEFA-Stars - Legenden aus Babelsberg

Bilder

Literatur

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Rolf Hoppe - Geträumtes Leben - Gelebte Träume
Dieter Zumpe

ISBN: 3938325305
Verlag: Edition Sächsische Zeitung

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Der Schauspieler Rolf Hoppe
Von Dresden in die Welt
Eberhard Görner

ISBN: 894872535 (nur noch im Antiquariat)
Verlag: Henschel