Annekathrin Bürger

Filme (als Schauspieler)
1955/56
Eine Berliner Romanze
1957
Spur in die Nacht
1959
Verwirrung der Liebe
1961
Septemberliebe
1961
Fünf Tage - fünf Nächte
1962
Königskinder
1965
Nichts als Sünde
1965
Mit mir nicht, Madam!
1969/70
He, Du
1970
Tödlicher Irrtum
1972
Tecumseh
1976
1976
Hostess
1979/80
Der Baulöwe
1980/81
Der Teufel hat den Schnaps gemacht
1991
Der Rest der bleibt
1999 - 2007
Tatort
..

Geboren

03.04.1937 in Berlin

Leben

Die Tochter des Pressezeichners Heinz Rammelt wächst in Sachsen auf, wird Gebrauchswerberin, arbeitet in Bernburg als Bühnenbild-Assistentin und Requisiteurin. Bei der Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Berlin-Schöneweide fällt sie durch. Nachdem sie in der Rahmenhandlung eines tschechisch-deutschen Dokumentarfilms auftritt, entdeckt sie Regisseur Gerhard Klein für die Hauptrolle seines Films "Eine Berliner Romanze", in dem sie an der Seite ihres späteren Lebensgefährten Ulrich Thein ein natürliches junges Mädchen spielt. Für drei Jahre studiert sie an der HFF Potsdam-Babelsberg, übernimmt aber daneben weitere Filmrollen. Den nachhaltigsten Erfolg bringt ihr Slatan Dudows Studentengeschichte "Verwirrung der Liebe" (1959), in der Annekathrin Bürger an der Seite von Angelica Domröse agiert. Beide gelten in den 60er Jahren als beliebteste junge Schauspielerinnen der DDR. Ab 1960 ist Annekathrin Bürger drei Jahre lang in Senftenberg engagiert. Seit 1963 gehört sie der Volksbühne Berlin an. Annekathrin Bürgers Film- und Fernsehlaufbahn gestaltet sich kontinuierlich. Äußeres Zeichen dafür ist, daß der "Filmspiegel" sie von 1956 an für dreieinhalb Jahrzehnte jährlich mindestens einmal auf dem Titel abbildet. Sie wird sehr bekannt, tritt in Literaturverfilmungen, Krimis, Komödien und Politthrillern auf. Auch in zwei Indianerfilmen der DEFA zählt sie zu den Stars. Eine beeindruckende Leistung zeigt sie in der Rolle der Petra Ledig in der vierteiligen Fallada-Adaption "Wolf unter Wölfen" (1964) neben Armin Mueller-Stahl. Popularität bringen ihr auch die Rollen moderner junger Frauen, die ihr Mann Rolf Römer für sie schreibt. "In ihrem letzten Film "Hostess" erlebten wir die Bürger recht gelöst, in der Hauptrolle der Hostess Jette wurde ihr mimisch allerlei abgefordert. Sie trifft durchaus überzeugend den selbstbewußt-kritischen Ton, den solch eine Figur braucht, und sie nutzte konsequent alle Möglichkeiten zu komödiantischer Gestaltung." (Ingeborg Pietsch, 1976) Mehrfach tritt Annekathrin Bürger auch in den beliebten Reihen "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort" auf. Sie erarbeitet auch Chansonprogramme, die sie mit viel Erfolg im In- und Ausland präsentiert. In der DDR engagiert sie sich für kulturelle Arbeit, ohne ihre kritische Haltung zu verhehlen. Zu Wendezeiten wird sie Vorsitzende des Kongresses der Nationalen Bürgerbewegung. Die 90er Jahre beginnen für sie mit einer besonders schönen Rolle. In "Die Zeit, die bleibt" (1991) spielt sie neben Alexander Höchst eine Sängerin, die eine intensive Beziehung mit einem jüngeren Mann verbindet. Hier erweist sie sich einmal mehr als reife Charakterdarstellerin. Neben ihrer Theaterarbeit und ihrem Engagement für Waisenkinder in der ehemaligen Sowjetunion spielt sie hauptsächlich in Fernsehserien.
Quelle: F.B.Habel & Volker Wachter, Das große Lexikon der DDR-Stars

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