Rolf Herricht

Filme (als Schauspieler)
1959
Bevor der Blitz einschlägt
1959
Musterknaben
1959/60
Seilergasse 8
1961/62
Auf der Sonnenseite
1963
For eyes only (Streng geheim)
1964
Geliebte weiße Maus
1965
Der Reserveheld
1965
Mit mir nicht, Madam!
1966/2009
1967
Meine Freundin Sybille
1967/68
Hauptmann Florian von der Mühle
1969
Seine Hoheit - Genosse Prinz
1969
Der Weihnachtsmann heißt Willi
1970
Husaren in Berlin
1971
Der Mann der nach der Oma kam
1972
1978/79
Rentner haben niemas Zeit
1979/80
Der Baulöwe
1982/83
Geschichten übern Gartenzaun
.

Geboren

05.10.1927 in Magdeburg

Gestorben

23.08.1981 in Berlin/DDR

Leben

Der künstlerische Werdegang des 'Spaßmachers der leisen Töne' - wie Lothar Kusche Herricht in einem Beitrag von 1995 nennt - beginnt 1945 beim Schauspielstudio Magdeburg. Als Student verdient er sich daneben sein Geld als Theaterrequisiteur. Über die Bühnenstationen Salzwedel, Stendal, Staßfurt, Güstrow und Frankfurt/Oder führt ihn sein Weg schließlich in seine Geburtsstadt Magdeburg zurück, wo er 1955-59 am Theater engagiert ist und damals zudem die Hausfrauensendungen von Radio DDR gestaltet. Nach zeitweiliger Mitgliedschaft im Ensemble des Deutschen Fernsehfunks folgt ab 1964 eine langjährige Tätigkeit am Berliner Metropol-Theater, dem der Künstler bis zu seinem Tode angehört. Dort kann er in unterschiedlichsten Rollen seine musikalische Begabung ausspielen, vom Ganoven im Musical 'Kiss me Kate' bis zum Senator in der Operette 'Eine Nacht in Venedig'. Außerdem gastiert Herricht im Friedrichstadt-Palast und tritt in zahlreichen Unterhaltungssendungen wie Lustspielen und Schwänken, z.B. als Gebrüder Holz in der 'Maxe Baumann'-Reihe, im DDR-Fernsehen auf. Große Popularität erlangt er als Partner Hans-Joachim Preils in einer Vielzahl gemeinsam erarbeiteter Sketche des Komikerduos. Dabei mimt Herricht stets den liebenswert Naiven, 'dem manches daneben gelingt, der mit der Tücke des Objekts nicht recht fertig wird, aber sich durch beherzte Pfiffigkeit und durch sonnigen Humor aus der Affäre zieht.' (Renate Seydel, 1974) Im DEFA-Film sind es ähnlich angelegte Charaktere in zumeist heiteren, aber nicht immer ganz gesellschaftsunkritischen Stoffen, mit denen er schnell zum Publikumsliebling avanciert, ob als schüchterner 'Musterknabe' oder 'geliebte weiße Maus' Fritz Bachmann. Weitere (Lach-)Erfolge feiert er als 'Reserveheld' (1965) oder als Hauptakteur der Komödie 'Meine Freundin Sybille' (1967), und im Besonderen als mit den alltäglichen Begebenheiten 'kämpfender' Künstler Günter Piesold im 'Mann, der nach der Oma kam' (1972), den er bei allem Witz jedoch nicht zum 'bloßen Klamauk' geraten lässt. Vielmehr führt er den Zuschauern mit 'feinem Humor und umwerfender Komik' die eigenen Schwächen und Stärken vor Augen. 'Ich lege zwar keinen Wert darauf 'ernst' zu werden, denn ich betrachte es als wichtige und schöne Aufgabe, Vergnügen zu bereiten. Die Menschen werden schöner, wenn sie lachen. Ihre Augen bekommen einen ganz anderen Glanz, wenn sie sich freuen.' sagt Herricht Anfang der 70er Jahre über sein Wirken. Seine letzte Figur auf der Kinoleinwand wird 1980 der 'Baulöwe', der auf amüsante Weise die Probleme der Eigenheimbauer thematisiert.
Quellen: Team Zutz - Renate Seydel, Schauspieler; Vor der Kamera