Manfred Karge

Filme (als Schauspieler)
1964/65
1969
Krupp und Krause
1970
KLK an PTX - Die Rote Kapelle
1970
Aus unserer Zeit
1971
Euch werd ichs zeigen
1973
Unterm Birnbaum
1974/75
Aus meiner Kindheit
1976
Unser stiller Mann
1976
Hostess
1978
Achillesferse
..

Geboren

01.03.1938 in Brandenburg

Leben

Der von Thomas Knauf als "märkischer Orson Welles" bezeichnete Mime wird durch den frühen Tod der Eltern (die Mutter starb bereits kurz nach der Geburt) mit sieben Jahren zur Vollwaise. Später ist er kurzzeitig Volontär bei verschiedenen Provinzzeitungen, ehe er 1958-61 die Staatliche Schauspielschule Berlin besucht. Gleich im Anschluss an sein Studium engagiert ihn Helene Weigel ans Berliner Ensemble. Hier lernt Karge Matthias Langhoff (Sohn des Wolfgang Langhoff) kennen, 1963 geben sie ihr Regiedebüt im Duett - der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und erfolgreichen Zusammenarbeit, die sich noch viele Jahre fortsetzen soll. "Es war Liebe auf den ersten Blick", erinnert sich Karge. "Wir haben uns gesehen und waren sofort befreundet." Gemeinsam setzen sie eigene Akzente, erschließen Brecht neu im Geiste einer neuen Theatergeneration ohne dem Wesen des Dichters untreu zu werden und erfinden die populären szenisch-lyrischen Brecht-Abende. 1969 wechseln beide an die Volksbühne, wo sie ihren Einstand mit einer umstrittenen, provokanten Inszenierung von Schillers "Räubern" geben. Sie spielen und führen Regie, Manfred Karge ist in dieser Zeit u.a. als "Hamlet" oder "Othello" zu erleben und schließt Freundschaft mit Heiner Müller, mit dem ihn auch mehrere Projekte verbinden. Außerdem erregen die unkonventionellen, sogenannten "Spektakel" Aufmerksamkeit. Ab Ende der 1970er Jahre arbeiten Karge und Langhoff zuerst in Hamburg, dann am Schauspielhaus Bochum unter Intendant Claus Peymann, der eine Art Wegbegleiter für Karge wird. In Bochum gibt der gefeierte Brecht-Interpret auch sein Debüt als Schriftsteller mit dem Stück "Jacke wie Hose", einem Lebensmonolog, welchen er für seine Lebensgefährtin, die österreichische Schauspielerin Lore Brunner (* 02.10.1950 in Mölbling (Kärnten), † 16.07.2002 in Berlin), schreibt, und mit dem sie in Europa und Übersee auftritt. Weitere Werke aus Karges eigener Feder, die im Laufe der nächsten Jahrzehnte zur Aufführung kommen, sind u.a. das Musical "Claire", "Die Eroberung des Südpols", "Mauerstücke", "Faust 1911". 1986-93 geht er ein Engagement am Wiener Burgtheater als Autor, Regisseur und Schauspieler ein. Gastspiele führen den Künstler in diverse deutsche Städte und in alle Welt (z.B. Frankreich, Finnland). 1993 kehrt Karge nach Berlin zurück, leitet seitdem als Professor das Regie-Institut der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Und er steht in den 1990er Jahren wieder auf der Bühne seiner einstigen Wirkungsstätte, des Berliner Ensembles, wo er heute noch aktiv ist, spielt und inszeniert. Auf der Leinwand wird Manfred Karge 1965 in der Rolle des fanatischen Gilbert Wolzow im Antikriegsfilm "Die Abenteuer des Werner Holt" für ein breites Publikum zum Begriff. 1971 verkörpert er den Titelhelden in der DEFA-Produktion "Kennen Sie Urban?". Sind auch seine Aufgaben bei Film und Fernsehen wegen der intensiven Theaterarbeit selten, so erinnert man sich doch gut an die starke Präsenz und Überzeugungskraft des Schauspielers, sobald er auftaucht. Sein Fleischer Helmut Paulsen im "Polizeiruf 110: Blutgruppe AB" sowie sein Robert, Bruder der "Hostess" im gleichnamigen Film seien weiterhin stellvertretend für Karges Arbeit vor der Kamera genannt.
Quellen u.a.: Team Zutz, Internetseite der Schauspielschule Berlin; Artikel von Thomas Knauf in "der Freitag" von 2003)