Helga Göring

Filme (als Schauspieler)
1956/57
Zwei Mütter
1960/61
Ein Sommertag macht keine Liebe
1962
Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück
1963-64
1964/65
1976
Die Regentrude
1983
Märkische Chronik
..

Geboren

14.01.1922 in Meißen

Gestorben

03.10.2010 in Berlin

Leben

Die Tochter eines Augenarztes wächst in einem theaterbegeisterten Umfeld auf. Durch die häufigen Künstlerbesuche im Elternhaus hat sie schon als Kind erste Begegnungen mit berühmten Schauspielern der damaligen Zeit. Früh kennt sie auch ihr Berufsziel: Schauspielerin. Nach Ende der Schulzeit lernt das begabte Mädchen am Dresdner Konservatorium bei Werner Hessenland und besteht die Abschlussprüfung 1940 mit Auszeichnung. Im selben Jahr debütiert Helga Göring, die sich zu Beginn ihrer Karriere noch Helga Bonett nennt, am Staatstheater neben Erich Ponto. Das erste Engagement führt sie nach Bielefeld. Anschließend ist sie an den Städtischen Bühnen Frankfurt/Main zu sehen, bevor sie 1943 nach Hamburg geht. Dort stellt u.a. die Rolle des Gretchen im "Faust" eine Herausforderung dar, die die junge Künstlerin gekonnt meistert. Als der Krieg "total" wird und alle Theater geschlossen sind, kehrt Helga Göring in ihre Dresdner Heimat zurück. Dienstverpflichtet, arbeitet sie zunächst in einer Papierfabrik, dann als Lazaretthelferin. Nach Kriegsende verdient sie ihr Geld als Reinemachefrau und später als Bürohilfe. Ihre nächste Theaterstation wird Stendal, wo sie einen Neuanfang als Schauspielerin macht. Bald zieht es sie jedoch wieder in die Stadt ihrer Jugend: 1947 an der "Komödie", dann an der Volksbühne und bis 1955 am Staatstheater Dresden setzt Helga Göring ihre erfolgreich begonnene Bühnenlaufbahn fort. Unter Generalintendant Martin Hellberg kann sie sich mit einer Reihe anspruchsvoller Aufgaben, darunter wiederum das Gretchen, beweisen. Hellberg ist es auch, der die Schauspielerin mit dem "schmalen, herben Gesicht" und der "ruhigen, manchmal etwas spröden Stimme" (Horst Beseler, 1956) zum Film holt. Im "verurteilten Dorf" (1952) übernimmt Helga Göring die weibliche Hauptrolle und gibt damit ihr Leinwanddebüt an der Seite von Günther Simon. Die Gerda Löning in Slatan Dudows vielbeachtetem Streifen "Stärker als die Nacht" (1954) - einer Produktion über das bewegende Schicksal eines Arbeiter-Ehepaares - bedeutet für Helga Göring eine zweite große DEFA-Rolle, diesmal beeindruckt sie neben Wilhelm Koch-Hooge. In der Folge verkörpert Göring, die 1955-62 Mitglied des DEFA-Ensembles ist, oft Mütter, vor allem aber gestaltet sie überzeugend natürliche, lebenserfahrene, tapfere Frauen der Gegenwart, die selbst in schweren Situationen Haltung bewahren und Neuem aufgeschlossen gegenüber stehen. Hierzu zählen beispielsweise die Christel Sikura im Zweiteiler "Schlösser und Katen" oder die Hedwig Schindler in "Zwei Mütter". Ihr komödiantisches Talent darf sie im heiteren Kostümfilm "Mir nach, Canaillen!" ausspielen, wo sie eine schrullige Großmutter mimt. Seit den 60er Jahren ist Helga Göring auch stärker auf dem Fernsehbildschirm vertreten, 1962-91 zählt sie zum Schauspielerensemble des DFF. Hier sind es u.a. ihre Porträts historischer Persönlichkeiten wie Käthe Kollwitz oder Annette von Droste-Hülshoff, die in Erinnerung bleiben. Herausragend ihre Agathe Schweigert in der Anna-Seghers-Verfilmung "Die große Reise der Agathe Schweigert" (TV, 1973), eine stille, unauffällige Frau mit starker menschlicher Ausstrahlungskraft. Heinz Hofmann schreibt 1974 über die Schauspielerin: "Die Stille und Selbstverständlichkeit ihres Spiels zwingen zur Anteilnahme. Das ist das Besondere und Bleibende." Publikumserfolge feiert der achtmalige Fernsehliebling zusammen mit Herbert Köfer in Familienserien wie "Rentner haben niemals Zeit" (1978). Auch wirkt sie in der Schwankreihe "Drei reizende Schwestern" mit. Für ihre Darstellung im Mehrteiler "Krupp und Krause" (TV, 1969) wird Helga Göring mit dem Nationalpreis geehrt, den sie später noch ein weiteres Mal erhält. Trotz ihrer umfangreichen Tätigkeit für Film und Fernsehen hat Göring, die außerdem als Synchronsprecherin beschäftigt ist, das Theater nicht vernachlässigt. So soll ihre Bühnenarbeit in Potsdam, Berlin und Schwerin nicht unerwähnt bleiben. Weiterhin gastiert sie Ende der 70er Jahre in Leipzig und nach der Wende in Berlin, Dresden und Hamburg. Bis 2007 steht Helga Göring noch vor der Kamera, vorwiegend in Großmütterrollen, lebt später in einem Pflegeheim in Berlin. Ihre Tochter Manja Göring (* 30.08.1955 in Babelsberg) ist ebenfalls Schauspielerin, genau wie Schwiegersohn Wolfgang Greese. <br /><br /> (Team Zutz - Quellen u.a.: Filmspiegel von 1956; Filmschauspieler A-Z; DEFA-Stars - Legenden aus Babelsberg)

Bilder