Eine Stunde Aufenthalt - Deutschland-Russland - 2010

Infos
Regie:
Mikhail Uchitelev
Kamera:
Mikhail Kotidi, Alexander Vexler
Drehbuch:
Mikhail Uchitelev
Genre:
Kurzfilm, Drama
Länge:
19 Min.
VHS - DVD:
DVD in russischer Sprache
Szenarium:
Mikhail Uchitelev nach einer Vorlage von Heinrich Böll
Erstaufführung:
23.03.2010 in St. Petersburg
Produktion:
Natalia Uchitelev
Musik:
Mikhail Uchitelev, Bach, Scarlatti, Locatelli
Schnitt:
Alexander Vexler, Alisa Wimmer
Schauspieler
Angelika Gersdorf
Verführerin
Katja Wischinski
Anna von Hügel
Benedikt Blaskovic
Sohn von Heribert Donath
Anatoly Kovalenko
Büßer
Viktor Myutnikov
Priester
Sebastian Martens
Junge
Ramona Schullerer
Mädchen
Ulrike Behrmann von Zerboni
Blinde Dame
Sergei Remmekh
Gepäckträger
Igor Pekhovich
Paul

Inhalt

Paul, ein 40-jähriger, erfolgreicher Geschäftsmann muss auf dem Weg nach Athen in der Stadt seiner Jugend einen einstündigen Aufenthalt einlegen. Die Erinnerungen belasten ihn, diese Stunde Wartezeit auf den Athener Zug betrachtet er zunächst als Qual. Dann jedoch holt ihn die Vergangenheit ein und die Erinnerungen an seine erste Liebe werden wieder lebendig. Der unaufdringliche Gepäckträger überredet Paul, sich über die Schicksale derer zu erkundigen, die ihm einmal nahe standen. Fast ein Viertel Jahrhundert ist es her, als Paul mit dem Auto seiner Mutter und dem Geld seines Vaters aus der Stadt floh. Er ergriff die Flucht wegen seiner ersten Flamme, Anna von Hügel, die ihrerseits in seinen Bruder Krumen verliebt war. Nun entscheidet er sich in Erfahrung zu bringen, wer noch am Leben ist. Dafür engagiert er den Gepäckträger und nimmt ein Taxi zum Stadtfriedhof. Aus diesem „Stein-Adressbuch“ erfährt er, dass Niemand mehr am Leben ist, weder seine Mutter, noch sein Vater oder sein Bruder Krumen. Die einzige, die noch lebt, ist Anna. Über das Telefonbuch erfährt er, dass Anna mit seinem Bruder nicht verheiratet war. Dies macht die Flucht seiner Jugend sinnlos. Paul verspürt einen Funken Hoffnung und ruft Anna an. Es stellt sich jedoch heraus, dass er für sie schon vor über 10 Jahren „gestorben“ ist. Sie verzichtet sogar auf ein Treffen mit ihm. Anna erzählt ihm über die letzten Tage seines Bruders und beendet diese Darstellung mit den Worten „…Er war sehr einsam… Verstehst du? Einsam…“. Paul wird klar, dass seine Rückkehr nichts ändern würde. Nicht sie, sondern er ist für sie gestorben. Er springt auf den abfahrenden Zug nach Athen auf und fährt davon.
Quelle: Crew United