Die Geschichte Mitteldeutschlands - Kaiser Heinrich IV. - Der Tyrann auf dem Thron - 2007

Infos
Regie:
Dirk Otto
Drehbuch:
Petra Bertram
Genre:
Geschichtsdoku
Länge:
45 Min.
Musik:
Maik Hartung
Schauspieler
Rafael Banasik
Kaiser Heinrich IV.
Arnold Hofheinz
Rudolf von Rheinfelden
Moritz Mack
Heinrich IV. - jung
Thomas Neumann
Papst Gregor VII.
Heike Warmuth
Bertha von Turin

Inhalt

Kaiser Heinrich IV. (1050-1106) ist die umstrittenste Person des Mittelalters. Über ihn wissen schon zeitgenössische Quellen übles zu berichten: Heimtückische Morde soll er begangen haben, Verrat geübt und sogar die Vergewaltigung seiner Ehefrau und seiner Schwester soll er angezettelt haben. Sind diese Abscheulichkeiten erfunden, oder war Heinrich tatsächlich ein solch grausamer Tyrann? Kaiser Heinrich IV., der mit seinem demütigen Kniefall in Canossa 1077 in die Geschichte einging, ist eine der herausragenden und umstrittensten Persönlichkeiten des Mittelalters. Mit ihm stand das Heilige Römische Reich an einem Scheideweg: Vor seiner Herrschaft bildeten Kirche und Kaisertum eine Einheit. Der Kaiser bestimmte die deutschen Bischöfe und hatte auch bei der Papstwahl großen Einfluss. Doch nach seinem Machtkampf mit den Päpsten Gregor VII. und Urban II. ging die spirituelle Vormachtstellung des Kaisers weitgehend verloren und das Kaisertum in Deutschland war stark geschwächt. Die Bischöfe bauten in Konkurrenz zu den weltlichen Fürsten ihre Territorien aus und der Zersplitterung des Reiches wurde so Vorschub geleistet Trotz der, in diesem Punkt eher negativen Bilanz, ist es Heinrichs verdienst, dass das Reich nicht vollkommen zerfiel. 50 Jahre herrschte Heinrich IV, das ist für das Mittelalter eine außergewöhnlich lange Zeit. Des Öfteren wurde der Kaiser schon abgeschrieben, doch durch kluge Schachzüge vermochte er es sich auf dem Thron zu behaupten. Im Jahr 1094 floh Heinrichs Frau Praxedis zu seinem Erzfeind Gregor VII. Die Aussagen und Beichten der Gemahlin belasteten den Kaiser stark. Auch sein Sohn Konrad schloss sich der päpstlichen Partei an. Dennoch vermochte es Heinrich neuerlich, seine Machtposition zu stärken und zu einen konsensorientierten Führungsstil umzuschwenken. In der Zeit zuvor akzeptierte der Kaiser nur einen Berater: Adalbert von Bremen. Dieses war ungewöhnlich in eine Zeit, in der es üblich war, alle wichtigen geistlichen und weltlichen Fürsten durch permanente Beratungen, an der Herrschaft teilhaben zu lassen. Bruno von Magdeburg hat uns mit seinem "Buch vom Sachsenkrieg" die schärfste Kritik an Heinrichs Lebens- und Regierungsführung hinterlassen. Der Kleriker war ein glühender Gegner des Königs, seine Schrift stellt Heinrich als scheußlichen Tyrannen dar. Sprechen die Chronisten die Wahrheit? Oder sind die Abscheulichkeiten von seinen zahlreichen Gegnern erfunden, politische Propaganda in Krisenzeiten im Kampf um die Macht? Die Überlieferungen von Heinrichs Feinden überwiegen deutlich, aber auch seine Anhänger haben uns Aufschlussreiches hinterlassen: die "Vita Henrici", von einem Gelehrten aus Heinrichs nahem Umfeld kurz nach dessen Tod geschrieben, beschreibt den König und späteren Kaiser als barmherzigen, guten Herrscher.
Quelle: Web Seite des MDR – Geschichte Mitteldeutschlands

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