14.02.2015

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Wir starten im neuen Jahr mit einem Experiment! Am 14. Februar 2015 zu unserer ersten Filmveranstaltung zeigen wir um 19.30 Uhr einen Dokumentarfilm von Gunther Scholz "Heute war damals Zukunft" aus dem Jahr 2010.

Es war eine Vertretungsstunde, die Lehrerin Bärbel Spengler, damals 24, in einer 9. Klasse in Magdeburg halten sollte. Sie war unvorbereitet und flüchtete sich in eine Idee: sie ließ die Klasse einen Aufsatz schreiben mit dem Thema:

Wie stelle ich mir mein Leben im Jahr 2010 vor ?

Wer nun Loblieder auf die DDR erwartet, täuscht sich gewaltig. Das Land DDR kommt in ihren Aufsätzen kaum vor: der Mercedes ist das meist gewünschte Auto, sie sehen sich als Sekretärin bei einem Multimillionär oder ihren Mann als Bankdirektor.

Die Lehrerin hat die Aufsätze aufbewahrt, auch über die Nachwende-Jahre, die das Leben der DDR-Bürger radikal veränderte.
< Der Dokumentarfilm „Heute war damals Zukunft“ begibt sich auf die Suche nach den Aufsatzschreibern von damals. Sie sind inzwischen längst im Beruf, alle um 40 herum. Fast alle wurden gefunden. An den Aufsatz erinnern konnte sich keiner mehr. Nun werden Sie vor der Kamera mit ihren damaligen Texten konfrontiert.

In Kurzporträts unterschiedlicher Länge von knapp der Hälfte der damaligen Klasse wird der Film ihr „HEUTE“ erkunden – bei der Arbeit, so vorhanden, wie auch im Privaten. Wie sind sie angekommen im größer gewordenen Deutschland? Fast alle sind im Raum Sachsen-Anhalt verblieben. Nur vier leben in anderen Bundesländern, eine hat gerade von Ost nach West gewechselt. So ist der Film am Beispiel dieser eher zufälligen Gruppe auch eine interessante Momentaufnahme vom Leben in der ostdeutschen Provinz, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung: Geschichten von Menschen aus dem „Land der Frühaufsteher“, wie Sachsen-Anhalt die Autobahn-Nutzer begrüßt oder verabschiedet.

Ein Blick in fremde Leben zwischen erdachter Zukunft und heutiger Realität – ein Film, der auf unterhaltsame Weise und heiterem Blick auch erzählt, wie weit wir gekommen sind beim Zusammenwachsen von Ost und West.

Zur Aufführung am 14.2. um 19.30 Uhr in Quedlinburg werden neben dem Regisseur Gunther Scholz auch drei der Aufsatzschreiber zu Gast sein!